Waldwirtschaftsberatung Imperius Dienstleistung

Waldgesellschaften verstehen

Waldgesellschaften verstehen
Wissen Sie, was Waldgesellschaften sind? Es handelt sich nicht um menschliche Parallelwelten, sondern in der Forstwissenschaft  werden darunter Waldbestände zusammengefasst, die eine typische Kombination von Pflanzenarten beherbergen, welche sich aufgrund ähnlicher Standortsbedingungen (wie Höhenlage, Klimabedingungen, Geologie, Böden) einstellt. Die Bäume nehmen dabei eine dominierende Rolle ein. Durch die enge Bindung von Fauna und Flora  können Waldgesellschaften darüber hinaus auch ganze Lebensräume typisieren.
Aufgrund der großen klimatischen und geologischen Variabilität österreichischer Landschaften gibt es 159 Wald- und Gebüschgesellschaften. Für das Naturwaldreservateprogramm sind allerdings nur 118 relevant: Von Schwarzföhrenwälder im Niederösterreichischen Alpenostrand bis zum submontanen  Stieleichen-Hainbuchenwald, der sich als nördlicher Streifen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg bis nach Oberösterreich zieht.
Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) betreut 195 Naturwaldreservate mit einer Waldfläche von 8.403 Hektar, in denen man die optimalen Bedingungen vorfindet, um diese Waldgesellschaften zu erforschen, denn in ihnen darf keine Bewirtschaftung vorgenommen werden. Die administrativ-rechtliche Abwicklung erfolgt durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Nicht konservieren, sondern naturnah entwickeln

Naturwaldreservate, kurz NWR, sind Waldflächen, die für die natürliche Entwicklung des Ökosystems Wald bestimmt sind. Naturwaldreservate sind ein Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Entwicklung der biologischen Diversität. „Sie haben die Aufgabe, die Baumartenzusammensetzung, die Struktur des Bestandes, die Vegetation und vor allem die natürliche Entwicklung der potenziellen natürlichen Waldgesellschaften möglichst gut zu repräsentieren“, erklärt Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW.  Ziel ist es, dass jede in einem der 22 Wuchsgebiete vorkommende Waldgesellschaft durch mindestens ein Reservat erfasst wird. Keineswegs soll dabei der aktuelle Zustand konserviert werden, sondern es geht um die Zulassung einer natürlichen Entwicklung. Wichtige Faktoren sind dabei das Belassen des Totholzes und die natürliche Verjüngung (BFW 2015).