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Ölpalmplantagen eine gute Alternative zum Erdöl?

Ölpalmplantagen eine gute Alternative zum Erdöl?

In dieser Ausarbeitung werden die ökologischen wie ökonomischen Aspekte für die energetische Verwertung des Palmöls als alternative zu Erdöl untersucht. Als Erstes widmen wir uns dem Thema der Herstellung und der Anbaugebiete von Palmöl, danach nehmen wir die Abnehmer und deren Verwertung genauer unter die Lupe. Zu guter Letzt betrachten wir die ökologischen Auswirkungen von Palmölplantagen und ziehen danach die gesamtheitlichen Schlussfolgerung ob Palmöl eine Alternative zu herkömmlichem Mineralöl ist.

 

Inhaltsverzeichnis Palmölplantagen eine gute Alternative zum Erdöl?:

 

1) Herstellung von Palmöl

2) Anbaugebiete von Palmöl

3) Abnehmer von Palmöl

4) Verwendung von Palmöl

4.1)  Nutzung als Nahrungsmittel
4.2)  Industrielle Verwendung
4.3)  Biokraftstoffe
4.3.1)  Stationärer Einsatz von Palmöl in der Strom und Wärmebereitstellung
4.3.1.1)  Strom – und Wärme – Erzeugung in Blockheizkraftwerken
4.3.1.2)  Wärmeerzeugung mit Pflanzenölbrenner
4.3.2)  Palmöl im Einsatz als Biodiesel

5) Ökologische Auswirkungen bzw. Probleme

6) Fazit

7) Literaturliste

 

1) Herstellung von Palmöl:

In der Frage Biokraftstoff aus Palmöl interessiert uns zunächst die Art der Erzeugung und vor allem die Effizienz der Gewinnung.

Das Palmöl auch Palmfett genannt wird aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gepresst. Nach der Pressung enthält das Öl noch sichtlich  Carotin der bei der Raffination entfernt wird. Frisches reines Palmöl besitzt einen spezifischen Veilchengeruch, einen süßlichen, angenehmen Geschmack und weist eine klare helle Farbe auf. Durch den Alterungsprozess auch Fermentation bezeichnet, der durch Mikroorganismen verursacht wird bekommt das Öl eine zunehmende Trübung und einen intensiveren Geruch. Der Schmelzpunk von Palmöl liegt, je nach Zusammensetzung, zwischen 27 und 45 ̊C, die Dichte beträgt etwa 921 bis 924 g/l.

chemische Zusammensetzung von Palmöl

Die Herstellung des Kraftstoffs aus Palmöl erfolgt nach einer Vorbehandlung mit Phosphorsäure (H3PO4) und Natronlauge (NaOH). Das Öl wird bei Temperaturen von 320 bis 360 °C und bis zu 80 bar Druck unter Zusatz von Katalysator mit Wasserstoff (H2) versetzt (hydriert). Der Wasserstoff wird in Parvoo in einem mit Erdgas betriebenen Dampfreformer erzeugt. Zur Strom- und Dampferzeugung dienen die im Prozess anfallenden Abfallstoffe (Schlämme, Gase und Benzinreste) in einem Blockheizkraftwerk.

(Verein Deutscher Ingenieure (VDI)2008)

2) Anbaugebiete von Palmöl:

Die wichtigsten Anbauländer für Ölpalmen sind Malaysia und Indonesien die gemeinsam auf eine Jahresproduktion von 39 Millionen Tonnen (Angabe beruht sich auf das Jahr 2007) und somit 85% der Weltproduktion erreichen. Weitere Produktionsländer wie Thailand, Kolumbien und Nigeria kommen jeweils auf eine Jahresproduktion von 800 000 Tonnen die jeweils 2% der Weltproduktion ausmachen. Im Wirtschaftsjahr 2009 erwartet man sogar eine Produktionsmenge von 42,9 Millionen Tonnen.

3) Abnehmer von Palmöl:

Die Hauptabnehmer von Palmöl befinden sich vor allem in Europa und Asien, wobei man erwähnen muss, dass das nach Asien exportierte Palmöl zu einem großem Teil für die Lebensmittelproduktion verwendet wird und nicht wie in Europa eher für industrielle Zwecke (unter industrielle Zwecke versteht man natürlich auch die energetische Nutzung wie zum Bsp.: Biokraftstoffe). Indien stellt dabei vor der Europäischen Union, China und Pakistan den wichtigsten Importeur dar. Zu Indien muss man hinzu fügen, dass das meiste Öl wie auch im asiatischen Raum in die Lebensmittelproduktion fließt.

4) Verwendung von Palmöl:

Palmöl ist in verschiedenen Bereichen einsetzbar, einerseits als Nahrungsmittel andererseits als Zusatzstoff in der Kosmetik und Reinigungsmittel. Zunehmend an Bedeutung findet der Einsatz als Kraftstoff als erneuerbare Energie Alternat zu fossilen Brennstoffen, auf dieses Thema werde ich näher eingehen.

4.1)   Nutzung als Nahrungsmittel:

In der Nahrungsmittelproduktion in Asien und Afrika wird Palmöl hauptsächlich als Speise, Braten und Frittier-fett genutzt. Hingegen international gesehen wir Palmöl für die Herstellung von Backwaren, Margarinen und Süßwaren hauptsächlich genutzt.

4.2)   Industrielle Verwendung:

Palmkernöl wird mit Kokosöl aufgrund der spezifischen Eigenschaften zu den Laurinölen zusammengefasst und wird für ein großes Spektrum von Anwendungen in der Oleochemie genutzt. Ebenso wie Palmöl werden diese Öle zur Gewinnung von Laurinsäure verwendet und als Grundstoff für verschiedene Tensidewie Natriumlaurylsulfat und Sorbitanmonolaurat eingesetzt. Weitere Produkte auf der Basis von Palm- und Palmkernöl finden Verwendung in unterschiedlichen Produkten der Kosmetik- und Reinigungsindustrie( Krist S., Buchbauer G., Klausberger C.  2008).

4.3)  Biokraftstoff:

Stationärer Einsatz von Palmöl in der Strom und Wärmebereitstellung

4.3.1.1)   Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken:

Um Palmöl anstatt Heizöl verwenden zu können müssen spezielle Anforderungen an die Kraftstoffzuleitung (säurebeständige Dichtungen und Schlauchleitungen, Rohleitungen und Verschraubungen sollten aus Stahl bzw. Edelstahl bestehen,…), die Kraftstofflagerung (teilweises Vorheizen nötig) und das Motordesign erfüllt werden. Die Wirkungsgrade von Pflanzenölmotoren sind mit denen herkömmlicher Dieselmotoren vergleichbar und liegen je nach Leistungsklasse im Bereich von 25-45% elektrisch bzw. 77-90% gesamt. (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH September 2007). Die Investitionskosten für einen Pflanzenöl-Spezialmotor liegen in der Regel ca. 10 bis 30% über denen eines Heizöl-Dieselmotors (Gailfuß 2007). Die spezifischen Kosten für ein komplettes Modul inkl. Transport, Montage und Inbetriebnahme liegen je nach Leistungsgröße bei ca. 1.000 €/kWel (mehrere Megawatt) bis 2.500 €/kWel (ca.20 kWel)    (ASUE 2005). Die höheren Ausgaben für die Wartung (insbesondere Filter-und Motorölwechsel) und Reparaturen sind neben den höheren Investitionskosten auch noch zu veranschlagen. Ein wirtschaftlicher Betrieb eines Pflanzenöl-Blockheizkraftwerkes kann in der Regel nur bei einer hohen Auslastung (> 4.000 h/a) (h/a = Stunden pro anno = Jahr), sinnvoller Wärmenutzung und mit EEG-Vergütung gegeben werden.

4.3.1.2)    Wärmeerzeugung mit Pflanzenölbrennern:

Für private Haushaltspflanzenölbrenner können gegenüber herkömmlicher Heizölanlagen, da es bis Dato noch keine Förderung gibt nicht wirtschaftlich betrieben werden, unter anderem aus Gründen der wesentlich höheren Investitions-, Wartungs- und Reparatur-kosten. Weiteres haben mit Pflanzenöl betriebene Heizanlagen auch den wesentlichen Nachteil, dass Pflanzenöle eine geringe Lebensdauer (max. 1 Jahr) haben und somit die Lagerung aus diesem Grund in Verbindung mit dem Verbrauch schwierig ist. Den Vorteil, den Pflanzenölheizanlagen gegenüber zum Bsp.: Hackgut- und Pellets-anlagen haben ist, dass keine wesentliche räumliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind und eine Mineralöl betriebene Anlage relativ einfach umgerüstet werden kann.

4.3.2)   Palmöl im Einsatz als Biodiesel

Die Einsatzmöglichkeiten eines Kraftstoffes sind im Allgemeinen zum einen abhängig von seinen stofflichen Eigenschaften und zum anderen von den technischen Eigenschaften und Anforderungen der Motoren. In der Praxis wird dies vor allem durch Kraftstoff-Normen sowie durch einschlägige Freigaben von Kfz-Modellen durch die Hersteller geregelt. Im Falle von Palmöl als potenziell neuem biogenem Kraftstoff geht es daher vor allem um die Bewertung inwieweit die bestehenden Kraftstoff-Normen erfüllt und bestehende Diesel-Motoren bzw. Antriebssysteme genutzt werden können oder inwieweit Anpassungen bei Kraftstoff und Motortechnik nötig und realistisch sind. Weiteres sind die verschiedenen Möglichkeiten für die Nutzung von Palmöl als Kraftstoff zu berücksichtigen. Diese lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Zum einen die direkte Verwendung von Palmöl als Pflanzenölkraftstoff und zum anderen die Herstellung von Palmöl-Methylester (PME) als eine Biodieselvariante, plus in beiden Fällen jeweils Beimischungen zu anderen Kraftstoffen wie vor allem Diesel und Biodiesel aus Raps. Palmöl als Pflanzenöl-Kraftstoff erfüllt aufgrund seiner stofflichen Eigenschaften zunächst weder die europäischen/deutschen Normen für Diesel und Biodiesel noch die vorläufige Norm für Rapsöl als wichtigstem Pflanzenöl-Kraftstoff in Österreich und Deutschland. Palmöl könnte daher technisch einwandfrei höchstens in speziellen Pflanzenöl-Motoren und unter Umständen in spezifisch umgerüsteten Dieselmotoren eingesetzt werden. Pflanzenöl-Motoren, auch bekannt als Vielstoff- oder Elsbett-Motoren, wurden in Deutschland zwar bis 1994 von der Fa. Elsbett in Kleinserie produziert, sind aber heute nicht mehr kommerziell erhältlich (Elsbett 2003). Mit einer Wiederbelebung dieser bisher prohibitiv teuren Motorentechnik ist nicht zu rechnen, so dass diese Option für den Einsatz von Palmöl ausscheidet. Zudem würde der hohe Schmelzpunkt von Palmöl (27-43°C) auch in diesem Fall einem sinnvollen Einsatz in unseren Breitengraden in der Praxis entgegenstehen. Für eine Umrüstung auf Pflanzenöl kommen zwar nahezu alle gängigen Dieselmotoren von KFZ in Betracht, allerdings beschränken sich die praktischen Erfahrungen bisher auf Rapsöl. Eine Anpassung der Umrüstung auf Palmöl erscheint aber machbar. Indirekt einspritzende Dieselmotoren (Vorkammerdieselmotoren) sind dabei aufgrund der größeren Verbrennungsraumgeometrie prinzipiell besser für die nachträgliche Umrüstung geeignet als Direkteinspritzende Dieselmotoren. Sie werden allerdings heute im Vergleich zu den letztgenannten nur noch wenig auf dem Markt angeboten. Von den zwei verfügbaren Umrüstungstechniken könnte im Fall von Palmöl – wenn überhaupt – sinnvoll nur die 2-Tanksystemlösung zum Einsatz kommen. Grund dafür ist im Wesentlichen der bereits angesprochene hohe Schmelzpunkt und die damit einhergehende geringe Kältefestigkeit von Palmöl. Es ist daher durch dieses System unbedingt dafür zu sorgen, dass sich keine Palmöl-Reste mehr außerhalb des Tanks befinden, wenn die erforderliche Betriebstemperatur z.B. nach Fahrtende unterschritten wird. Aufgrund der Problematiken im Zusammenhang mit dem hohen Schmelzpunkt ist nicht mit einem Einsatz von Palmöl als reinem Pflanzenöl-Kraftstoff zu rechnen. Eine alternative Einsatzmöglichkeit für Palmöl in Dieselmotoren besteht vor allem in der Beimischung kleiner Mengen zu konventionellem Diesel. Voraussetzung dafür ist aus Qualitätsgründen der Einsatz von Palmölraffinat und, dass die Anteile so zu bemessen sind, dass es auch langfristig zu keinen signifikanten Motorschäden und – ausfällen in Folge der Kraftstoff-Mischung kommt. Bisherige Untersuchungen zu Kraftstoff- Mischungen von Pflanzenölen (besonders Rapsöl) und Diesel lassen erwarten, dass der Anteil deutlich unter 20 % liegen sollte (FNR 2006; Krammer o.A.). Als mittelbar geeigneter Anhaltspunkt kann eine Regelung der philippinischen Regierung herangezogen werden, nach der eine Beimischung von Überschüssen aus der Kokosölproduktion zu Diesel in Höhe von bis zu 5 % erlaubt ist (BT-DRS 2002). Auf diesem Wege könnte raffiniertes Palmöl generell in Dieselmotoren zum Einsatz kommen. Eine weitere Möglichkeit für den indirekten Einsatz von Palmölraffinat in Dieselmotoren besteht in der Beimischung zum Mineralöl-Raffinerieprozess, wie sie von der Veba Oel AG entwickelt wurde. Das Palmöl wird auf diesem Weg dem „… typischen Konversionsverfahren der Mineralölraffinerien unterzogen und in Verbindungen überführt, die denen des Dieselkraftstoffes nach DIN 51601 vollkommen entsprechen“(BT DRS 2002). Entscheidender Vorteil dieser wie der vorhergehenden Route ist, dass weder spezielle (neue) Motorentwicklungen noch Modifikationen der konventionellen Dieselmotoren notwendig werden. Die Herstellung von PME dient wie bei Rapsöl der Anpassung des Palmöls an die technischen Anforderungen der konventionellen Dieselmotoren. Aufgrund der abweichenden Eigenschaften von Palmöl im Vergleich zu Rapsöl werden jedoch auch von PME weder die Norm für Biodiesel (DIN EN 14214) noch für Dieselkraftstoff (DIN EN 51601) vollständig erfüllt. Dies betrifft besonders die Anforderung an das Kälteverhalten des Kraftstoffs, welches nach der DIN EN 14214 durch den CFPP (cold-filterplugging-point) bestimmt wird, dessen zulässigen Werte in Abhängigkeit von saisonalen Zeiträumen zwischen 0 °C (15.4.-30.9.) und -20 °C (16.11.-28.2.) variiert . Mit einem CFPP-Wert von etwa 9 °C liegt reines PME deutlich oberhalb der geforderten Normwerte. Ein normgerechter Einsatz von PME als Biodiesel ist daher nur mittels Einsatz von speziellen Additiven zur Fließverbesserung möglich. Inwieweit hierfür geeignete, technisch, ökologisch sowie ökonomisch vertretbare Möglichkeiten bestehen, wäre bei Bedarf gesondert zu untersuchen. Aufgrund der deutlichen Abweichung von der Norm wird jedoch hier unterstellt, dass sich PME selbst durch Zusatz spezieller Additive in unseren Breitengraden im besten Fall als Sommerdiesel nutzen ließe. Eine weitere bzw. bessere Möglichkeit der Nutzbarmachung von PME für Dieselmotoren besteht wieder in der Beimischung zu Diesel oder Biodiesel. Letzteres gehört zumindest inoffiziell und zum Teil bereits zum Stand der Nutzung: Zum Beispiel wurden im Jahr 2001 vom ADAC bei Untersuchungen von Biodiesel in 6 von 41 Proben Beimischungen von PME in Biodiesel nachgewiesen (innovations-report 2001). Und von der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V. (AGQM) wurden wiederholt Probleme (Filterverstopfungen) mit Biodiesel festgestellt, der Palmölmethylester enthielt (UFOP 2006). Dagegen weisen Untersuchungen zum Emissionsverhalten von Kraftstoffmischungen aus verschiedenen Methylestern (Raps, Soja und Palmöl) darauf hin, dass bestimmte Mengenverhältnisse aus RME und PME noch innerhalb der geforderten Norm für Sommer-Biodiesel liegen (Krahl 2006). In welchem Umfang und ggf. mit welchen Zusätzen PME zu Biodiesel gemischt werden kann, um die geforderten Qualitätskriterien voll zu erfüllen, gehört sicherlich noch zum aktuellen Forschungs- und Entwicklungsbedarf (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH September 2007). Die aktuelle Entwicklung bei der energetischen Nutzung von Palmöl ist  hauptsächlich den Bockheizkraftwerken zu zuschreiben. Diese Entwicklung könnte sich aber künftig etwas ändern da die Nachfrage am Biokraftstoffmarkt für Kraftwagen eine ansteigende Tendenz auf weist.

 

5) Ökologische Auswirkungen bzw. Probleme:

Die ökologischen Hauptprobleme sind in der Ausweisung der Palmölplantagenflächen. Wie schon erwähnt, befinden sich die größten Anbaugebiete in Indonesien und Malaysia die über sehr bedeutende Regenwälder verfügen. Aus Gründen des höheren Profites ist es in diesen Ländern üblich auf ehemaligen Regenwaldboden Plantagen zu errichten, da man neben den Palmölerlösen anfangs auch noch einen nicht unwesentlichen Erlös des gerodeten Urwaldholzes hatte. Ökologisch gesehen ist die Rodung von Regenwälder zur Palmölgewinnung gesamt ökologisch nicht vertretbar, da dadurch um ein zig Faches mehr CO₂ freigesetzt (pro Hektar werden bis zu 1.000 Tonnen CO₂ gespeichert) wird als durch die Verwendung als Bioenergie eigespart werden kann. Speziell durch die Trockenlegung der Sumpfurwaldgebiete wird extrem viel gespeichertes CO₂ freigesetzt so, dass Staaten wie Indonesien und Malaysia einen jährlichen CO₂ Ausstoß auf weißen wie große Industrienationen.

Rechnet man diese Zahlen in Emissionen pro Liter Palmöl um, dann stellt man fest, dass die CO2-Emissionen bei der Palmölerzeugung. Im negativsten Fall (Plantagen auf Torfboden) mit ca. 17,5 t CO2 pro t Öl ca. 5x so hoch sind wie die aus konventionellem Diesel (Emissionen ca. 3,2 t CO2 pro t Diesel). Im günstigeren Fall (kein Torfboden) betragen die Emissionen aus Palmöl aufgrund der Abholzung immer noch mehr als die aus konventionellem Diesel da ca. ¼ der Böden aus Torf besteht, bedeutet das, dass eine durchschnittliche Tonne Palmöl ca. 8 Tonnen CO2-Emissionen verursacht (Greenpeace 2009).

Neben den gewaltigen CO₂ Emissionen ist auch noch ein wesentlicher Aspekt zu berücksichtigen die des Artenschutzes im Bereich der Tier- und Pflanzenwelt

 

6) Fazit „Ölpalmplantagen eine gute Alternative zum Erdöl?“:

Palmölplantagen sind zukünftig aus ökologischer Sicht  nur auf Brachlandflächen an zu siedeln unter den dort herrschenden umweltverträglichen Bedingungen. Es sind aber diesbezüglich noch einige Forschungsprojekte notwendig. Man kann also zusammenfassen behaupten, dass für Palmölplantagen, falls keine Naturwälder gerodet und keine Sumpfgebiete trocken gelegt werden müssen, ist die Verwendung von Palmöl für energetische Zwecke CO₂ neutral und daher an denkbar.

Ein wesentlich für das Palmöl sprechender Aspekt ist der hohe Ertrag an Öl und damit Energie pro Fläche. Durchschnittlich kann man von einem jährlichen Ertrag von 4 bis zu 6 Tonnen pro Hektar je nach Umweltbedingungen ausgehen, wenn man hier mit Raps vergleicht kommt man lediglich auf einen jährlichen Ertrag von 1,5 bis 2,5 Tonnen Rapsöl pro Hektar Anbaufläche.

Zugleich erspart 1 t Palmöldiesel gegenüber der Verwendung der gleichen Menge herkömmlichen Diesels 44 GJ Primärenergie und reduziert damit den CO2-Ausstoß entsprechend (CO2-Äquivalente 1,4 t). Da Palmöl zudem aus Kohlenwasserstoffketten besteht, die denen mineralischer Öle ähneln, kann es unproblematisch herkömmlichem Diesel beigemischt werden. Aus diesen Gründen wird dem Palmöl als nachwachsende Energiequelle eine sehr gute Öko- und Energiebilanz bescheinigt, was aber sehr kritisch zu betrachten ist. Wenn es in großem Maßstab angebaut wird und in Flächenkonkurrenz mit dem tropischen Regenwaldtritt, was bei einem Großteil der momentanen Anbaufläche zutrifft, dann sind die Auswirkungen auf die Umwelt negativ (Premium-Biodiesel aus Palmöl bedroht Regenwald in VDI-Nachrichten, 11. April 2008)

Unter Betracht aller im Anbau als auch in der Nutzung auftretenden Problematiken ist Palmöl derzeit keine gute Alternative zu Erdöl. Der einzige sinnvolle Einsatz besteht in einer Beimischung zu bestehenden Produkten und in der Verwendung in Blockheizkraftwerken, dies aber nur im Ausmaß wie es der ökologische Anbau erlaubt.

 

7) Literaturliste:

       7.1) Lexiken, wissenschaftliche Werke:

  • Studie im Auftrag des Bundesministeriums (Deutschland) für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Döppersberg 19 42103 Wuppertal (www.wupperinst.org)
  • In Zusammenarbeit mit:
  • Ifeu – Institut für Energie – und Umweltforschung Heidelberg GmbH Guido Reinhard, Wilckensstraße 3,69120 Heidelberg
  • Wilhelm Merton Zentrum für Europäische Integration und internationale Wirtschaftsordnung Johann Wolfgang Goethe-Universität Prof. Dr. Stefan Kadelbach, Senckenberganlage 31, Juridicum 916 c, 60325 Frankfurt am Main.
  • Forschungsstelle umweltenergierecht e.V. c/o Thorsten Müller, Universität Würzburg, Domerschulstraße 16, 97070 Würzburg
  • Selbstverlag (September 2007)
  • innovations-report 27.07.2001
  • Gailfuß 2007
  • ASUE 2005
  • Elsbett 2003
  • BT DRS 2002
  • UFOP 2006a
  • Krahl et al. 2006
  • Sabine Krist, Gerhard Buchbauer, Carina Klausberger: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Verlag, Wien 2008; S. 330-337. ISBN 978-3-211-75606-5.
  • Verein Deutscher Ingenieure (VDI) VDI-Nachrichten 11.04.08

7.2)  Internetpräsenz:

  • Greenpeace: Medieninhaber, Herausgeber, Hersteller und Redaktion Greenpeace in central and Eastern Europe, Fernkorngasse 10  A-1100 Wien. www.greenpeace.at / http: marktcheck.greenpeace.at/biotreibstoffe02.html
  • Wikipedia: Ölpalme / Palmöl

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie unter folgenden Links:

Forum nachhaltiges Palmöl: HERAUSFORDERUNGEN IM PALMÖLANBAU –

Faszination Regenwald – Blutiges Palmöl

Spiegel – Palmölanbau: Plantagen bedrohen Afrikas Menschenaffen

Proregenwald – Die neuen Aliens: Ölpalmen überall

PDF – Universität Oldenburg – Auswirkungen der Palmöl-Produktion auf die abiotischen und biotischen Ressourcen tropischer Länder

Süddeutsche Zeitung – Regenwald-Rodungen für den Supermarkt

PDF – WWF – Palmöl Fluch oder Segen?

NABU – Ölpalmen statt Urwaldriesen Der Palmölanbau und seine Folgen

Regenwald Report – Palmölplantagen zerstören die Regenwälder Biodiesel aus Peru

Palmöl Plantagen – Eine grüne Täuschung und Gefahr für den Tourismus?

Hintergrund – Palmöl – Die indonesische Tragödie

 

Aktuelle Informationen über Palmöl:

Forum nachhaltiges Palmöl: aktuelle Informationen über Palmöl